Ein Marketingverantwortlicher einer großen Bank sagte mir einmal den Satz “die Deutschen sind Tagesgeld-versaut.” Interessant – können wir diesen Effekt auch online beobachten fragten sich die Finanz-Marketer.

Unkomplizierte Sparprodukte scheinen auf dem deutschen Markt in der Tat sehr gefragt zu sein: Immer mehr Banken und Anbieter gehen mit verlockenden Angeboten auf den Markt, wie die jüngst 1822direkt (5% eff. Zins) oder die comdirect (4,75% eff. Zins). Auch die Zeitschrift Finanztest hat sich in Ausgabe 04/2008 diesem Thema gewidmet (insbesondere den Strukturen einiger Tagesgeldangebote).

Einfach zu verstehende Geldanlageprodukte sind im Internet-Vertrieb anscheinend sehr erfolgreich. Der Trend zeigt sich in der stetig wachsenden Anzahl von Tagesgeldvergleichen im Web. Neben der Marke treten mehr und mehr das Produkt und seine Konditionen in den Vordergrund.

Mit Zusatzservices wie Vergleichen und Tipps bis hin zur Beratung positionieren sich Websites gegenüber ihren Usern. Diese Vergleiche werden oftmals von sogenannten Affiliates (auch Publisher genannt, vgl. Glossar) betrieben. Anbieter von Finanzdienstleistungen können sich so über Affiliate-Marketing-Netzwerke positionieren lassen. Über Positionierung entscheiden jedoch die Webmaster bzw. Redakteure eigenständig. Das bedeutet, nicht unbedingt wer am besten zahlt, sondern wer ein gutes Angebot hat, wird positioniert. Ratgeber, redaktionelle Inhalte und Marketing- bzw. Vertriebsmaßnahmen vermischen sich zunehmend.